Mein Engagement

Nachdem mein erster Versuch gescheitert war, direkt neben dem IBB-Hotel einen Kurzzeitparkplatz für Taxis einzurichten, wollte ich mich damit nicht zufriedengeben. Das Problem bestand schließlich weiterhin: Taxifahrer benötigten in unmittelbarer Nähe des Hotels eine Möglichkeit, ihre Fahrgäste sicher ein- und aussteigen zu lassen.

Irgendwann entstand dann von Seiten der Stadtverwaltung die Idee, die gegenüberliegende Straßenseite zu nutzen. In der langen Parkreihe vor dem Weiterbildungszentrum wurde schließlich der erste Parkplatz als Taxihalteplatz ausgewiesen.

Damit war ein erster wichtiger Schritt geschafft. Zunächst kennzeichnete allerdings lediglich ein Schild den Platz als „Taxiparkplatz“. Das erwies sich in der Praxis als nicht ausreichend. Taxifahrer berichteten mir immer wieder, dass der Platz von Kurzzeitparkern belegt wurde, die "nur schnell" etwas erledigen wollten.

Ich griff die Beschwerden im Bau- und Planungsausschuss auf und machte auf das Problem aufmerksam. Daraufhin wurde die Kennzeichnung deutlich verbessert: Der Parkplatz erhielt eine farbliche Umrandung und wurde zusätzlich mit einem großen Schriftzug „TAXI“ auf der Fahrbahn markiert.

Allerdings brachte die Umgestaltung ein neues Problem mit sich. Am Anfang des Taxihalteplatzes wurden von der Stadt zwei große Kunststoffpfosten montiert. Dadurch wurde das direkte Einfahren in den Parkplatz verhindert und die Taxifahrer mussten nun rückwärts in den Stand fahren. Nach ihren Rückmeldungen führte dies insbesondere bei stärkerem Verkehr und im Zusammenspiel mit den vorbeifahrenden Stadtbussen immer wieder zu Konflikten.

Deshalb bat ich darum, die beiden Pfosten wieder zu entfernen. Dies wurde jedoch mit dem Hinweis abgelehnt, dass die Pfosten dem Schutz der Fußgänger dienen, die im Bereich der benachbarten Ampel warten.

Auch wenn die gefundene Lösung damit aus meiner Sicht im letzten Punkt (Pfosten) nicht optimal ist, wurde das wichtigste Ziel erreicht: Gegenüber dem IBB-Hotel gibt es heute einen deutlich gekennzeichneten Taxihalteplatz.

Von meinem ersten Vorschlag bis zur endgültigen Umsetzung verging mehr als ein Jahr. Manchmal braucht es eben mehrere Anläufe und etwas Beharrlichkeit, bis aus einer Idee eine konkrete Verbesserung wird. 

Oder, wie es so schön heißt: Gut Ding will Weile haben.

Die Binger Straße ist eine der wichtigsten Verkehrsadern Ingelheims. Deshalb habe ich die Diskussion über eine dauerhafte Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h von Anfang an strikt abgelehnt.

Grundlage der damaligen Diskussion war ein von der Stadt im Jahr 2021 in Auftrag gegebenes Lärmgutachten. Danach wurden auf der Binger Straße tagsüber rund 340 und nachts etwa 130 Fahrzeuge pro Stunde gezählt. Der ermittelte Lärmpegel lag tagsüber bei 67,3 dB und damit nur geringfügig über dem damaligen Auslösewert von 67 dB. Nachts wurden 59,3 dB gegenüber einem Auslösewert von 57 dB ermittelt.

Das Schalltechnische Beratungsbüro Giering kam zu dem Ergebnis, dass durch eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h rechnerisch eine maximale Pegelminderung von 2,4 dB erreicht werden könnte.

Für mich musste deshalb die Frage erlaubt sein, ob diese Lärmminderung die Nachteile einer dauerhaften Geschwindigkeitsreduzierung auf einer der wichtigsten Ein- und Ausfallstraßen Ingelheims rechtfertigt. Bereits zwei Jahre zuvor hatten wir uns im Umweltausschuss mit dem Thema beschäftigt und es nach der damaligen Beratung zunächst nicht weiterverfolgt.

Ich habe mich immer dafür ausgesprochen, zwischen Wohnstraßen und Hauptverkehrsachsen zu unterscheiden. Tempo 30 in Wohngebieten ist für mich grundsätzlich sinnvoll. Haupt-, Durchgangs- und Verbindungsstraßen müssen dagegen ihre Funktion für einen möglichst flüssigen Verkehr erfüllen können. Werden auch diese Straßen immer stärker reglementiert, besteht die Gefahr, dass sich der Verkehr verlangsamt und auf andere Straßen verlagert.

Deshalb habe ich gemeinsam mit der CDU-Fraktion die Einführung von Tempo 30 auf der Binger Straße abgelehnt. Mit dieser Position konnten wir uns im Stadtrat jedoch nicht durchsetzen. Die anderen Stadtratsfraktionen stimmten für die Geschwindigkeitsreduzierung, sodass die CDU mit ihrer ablehnenden Haltung überstimmt wurde.

Ein weiterer Aspekt war für mich schon damals die technische Entwicklung des Automobils. Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen verändern sich auch die Voraussetzungen der Diskussion. Elektroautos verursachen keine lokalen Abgasemissionen und sind insbesondere bei niedrigeren Geschwindigkeiten beim Antrieb deutlich leiser als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Allerdings entstehen auch bei Elektrofahrzeugen weiterhin Reifen- und Fahrbahngeräusche.

Für mich bedeutet das: Verkehrspolitische Maßnahmen sollten regelmäßig daraufhin überprüft werden, ob die Gründe, aus denen sie ursprünglich eingeführt wurden, unter veränderten technischen und verkehrlichen Bedingungen weiterhin in gleichem Umfang bestehen.

Der Spielplatz in der Magdeburger Straße in Ingelheim-West sollte teilweise einem sogenannten Tiny Forest weichen. Dieses Vorhaben habe ich von Anfang an kritisch gesehen, denn der Spielplatz wurde nach meiner Beobachtung von Kindern unterschiedlicher Altersgruppen regelmäßig und gerne genutzt.

Besonders irritiert hat mich die öffentlich wiedergegebene Aussage, die Anwohner hätten kein Problem damit, wenn große Teile des Spielplatzes in einen Tiny Forest umgewandelt würden. Nach entsprechenden Presseberichten meldeten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger bei mir und widersprachen dieser Darstellung deutlich.

Aus meiner Sicht lag das eigentliche Problem an anderer Stelle: Der Spielplatz war über Jahre hinweg nicht ausreichend modernisiert worden. Spielgeräte, die altersbedingt entfernt werden mussten, wurden kaum oder gar nicht ersetzt. Dass die Anlage dadurch zunehmend „in die Jahre gekommen“ war, bedeutete für mich nicht, dass die Kinder und Familien im Wohngebiet keinen Bedarf mehr an diesem Spielplatz hatten.

Nachdem ich mich mit meinem Anliegen zunächst im Bau- und Planungsausschuss nicht durchsetzen konnte, empfahl ich den betroffenen Anwohnern, selbst aktiv zu werden und mit einer Unterschriftenaktion deutlich zu machen, wie die Menschen vor Ort über die geplante Veränderung denken.

Das Ehepaar Hadamik griff diese Idee auf und sammelte im direkten Umfeld des Spielplatzes 248 Unterschriften für dessen Erhalt. Nach Aussage der Initiatoren sprach sich bei der Sammlung niemand dafür aus, den Spielplatz zugunsten eines Tiny Forest aufzugeben.

Für mich war dieses Ergebnis ein deutliches Signal. Die Meinung der Menschen, die unmittelbar neben einem solchen Platz wohnen und ihn mit ihren Kindern und Enkelkindern nutzen, sollte bei der Entscheidung eine wichtige Rolle spielen.

Hinzu kam, dass bereits am 26. Oktober 2021 die Sanierung des Spielplatzes beschlossen worden war. Deshalb habe ich mich dafür ausgesprochen, diesen Beschluss umzusetzen und den Spielplatz wieder zu einer attr

Manchmal lassen sich Verkehrsprobleme mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen lösen. Ein Beispiel dafür ist die Situation für Taxifahrer und ihre Fahrgäste am IBB-Hotel in der Konrad-Adenauer-Straße.

Direkt am Hotel gab es keine geeignete Möglichkeit für Taxen, kurz anzuhalten, um Fahrgäste mit ihrem Gepäck sicher ein- oder aussteigen zu lassen. In der Praxis führte dies dazu, dass Taxifahrer entweder durch die Fußgängerzone fuhren und im Bereich der Galerie Gold hielten oder ihre Fahrzeuge in der Konrad-Adenauer-Straße teilweise auf dem Bürgersteig und teilweise auf der Fahrbahn abstellten. Beides war aus meiner Sicht keine zufriedenstellende Lösung.

Deshalb schlug ich vor, unmittelbar neben dem Hotel einen Kurzzeitparkplatz speziell für Taxen einzurichten. Damit könnten Fahrgäste direkt am Hotel ein- und aussteigen, ohne dass andere Verkehrsteilnehmer unnötig behindert werden.

Ich brachte diesen Vorschlag zunächst als mündliche Anfrage in den Bau- und Planungsausschuss ein. Oberbürgermeister Ralf Claus bat mich daraufhin, meinen Vorschlag anhand von Fotos oder einer Zeichnung genauer darzustellen.

Also schaute ich mir die Situation noch einmal direkt vor Ort an. Um zu prüfen, ob mein Vorschlag tatsächlich praktikabel ist, stellte ich ein Fahrzeug genau an der vorgesehenen Stelle ab und dokumentierte die Situation mit mehreren Fotos. Dabei zeigte sich, dass auf dem Bürgersteig trotz eines dort abgestellten Fahrzeugs weiterhin ausreichend Platz für Fußgänger vorhanden war.

Für mich war dies eine unkomplizierte Möglichkeit, die Situation für Taxifahrer und Hotelgäste zu verbessern und gleichzeitig Behinderungen in der Konrad-Adenauer-Straße und der angrenzenden Fußgängerzone zu vermeiden.

In all den Jahren, in denen ich im #Waldausschuss tätig bin, gab es immer wieder Forderungen von Stadtratsmitgliedern, dass der Wald wirtschaftlich sein müsse und eine Rendite abwerfen solle. Ich persönlich habe diese Ansicht nie unterstützt und mich stattdessen konsequent für den Erhalt des Stadtwaldes eingesetzt. Der Wald ist in meinen Augen nicht primär ein wirtschaftliches Gut, sondern ein ökologisches und soziales.

Dank der vorausschauenden Planung unseres Stadtförsters können wir heute sagen, dass wir nur geringe Ausfälle durch den #Borkenkäfer zu verzeichnen haben. Das ist ein enormer Erfolg, wenn man bedenkt, dass der #Borkenkäfer in vielen Regionen Deutschlands verheerende Schäden angerichtet hat. Wälder wurden großflächig zerstört, was nicht nur die Landschaft, sondern auch das Ökosystem erheblich beeinträchtigt hat.

Hätten wir den Forderungen derjenigen nachgegeben, die den Wald als reines Profitcenter sehen, wären wir heute in einer sehr viel schlechteren Lage. Wir hätten Bäume vorrangig mit Blick auf den kurzfristigen finanziellen Gewinn abgeholzt ohne die langfristigen Auswirkungen auf das Ökosystem und das Klima zu bedenken. Der Wald ist aber viel mehr als nur eine Einnahmequelle. Er dient als Kohlenstoffsenke, er schützt uns vor Erosion, bietet einen Lebensraum für zahlreiche Tiere und ist ein Ort der Erholung für die Menschen.

Viele Forstämter in Deutschland, die dem wirtschaftlichen Druck nachgegeben haben und ihren Wald zu stark ausgebeutet haben, stehen nun vor enormen Problemen. Die Schäden, die durch den #Borkenkäfer und andere Umwelteinflüsse entstanden sind, könnten Jahre oder sogar Jahrzehnte benötigen, um wieder ausgeglichen zu werden.

Es zeigt sich also, dass ein umsichtiger und nachhaltiger Umgang mit dem Wald, wie ihn unser Stadtförster praktiziert, der richtige Weg ist. Es darf nicht nur darum gehen, kurzfristige Gewinne zu maximieren. Vielmehr müssen wir den Wald als das wertvolle und unersetzliche Ökosystem betrachten, das er ist. Dies sichert nicht nur unsere Umwelt, sondern auch die Lebensqualität für kommende Generationen.

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