Gestern war ich bei der Einweihung des neuen Sportplatzgebäudes in Groß-Winternheim. Die offizielle Einweihung wurde von unserer Oberbürgermeisterin Eveline Breyer und Ortsvorsteher Christian Fürst vorgenommen. Mit dabei waren Vertreter der Sportvereine, der Stadtverwaltung, des Stadtrates (also auch ich), sowie der am Bau beteiligten Firmen.

Das neue Gebäude kann sich wirklich sehen lassen und bietet den Groß-Winternheimer Sportvereinen nun endlich ausreichend Platz und zeitgemäße Bedingungen. Neben zwei Umkleideräumen mit Duschen für Heim- und Gastmannschaften gibt es eine barrierefreie Toilette und endlich auch einen eigenen Sanitätsraum. Zusätzlich stehen Lagerräume zur Verfügung, in denen die Vereine ihr Sportmaterial unterbringen können. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sorgt zudem für eine umweltfreundliche Stromerzeugung.

Bei den Begrüßungsreden wurde besonders hervorgehoben, dass die ursprünglich veranschlagten Kosten von zwei Millionen Euro deutlich unterschritten werden konnten. Am Ende wurden „nur“ rund 1,6 Millionen Euro benötigt.

Das ist zunächst einmal eine erfreuliche Nachricht. Trotzdem sind 1,6 Millionen Euro natürlich eine beachtliche Summe für ein reines Sportplatzgebäude, in einem Dorf mit rund 1.400 Einwohnern. Bei aller Freude über das wirklich gelungene neue Gebäude darf man deshalb sicherlich auch einmal einen nachdenklichen Blick auf die Baukosten werfen.

Zum 80. Rotweinfest in Ingelheim waren wir mit dem Männergesang-Verein Groß-Winternheim erstmals eingeladen, den Seniorennachmittag musikalisch mitzugestalten. Für mich war es ein Auftritt, der mit einer gewissen Spannung begann und mit einem großen Lächeln endete.

Als wir um 14:15 Uhr zum Soundcheck auf der Bühne standen, war das große Festzelt erst etwa zu einem Drittel gefüllt. Beim Blick in die Reihen fragte ich mich noch, wie viele Gäste wohl kommen würden. Doch bis zu unserem ersten Auftritt um 15:00 Uhr hatte sich das Bild vollständig verändert: Das Zelt war voll besetzt. Eine schöne Kulisse für unseren Auftritt.

Mit einem Rhein-Wein-Lied eröffneten wir unseren ersten Liederblock, passend zum Anlass. Die Gäste hörten zu und spendeten freundlichen Applaus. Die Stimmung war zunächst noch ruhig und zurückhaltend. Manche schienen nachdenklich, andere warteten offenbar erst einmal ab, was wir musikalisch mitgebracht hatten. Auch ich war gespannt, ob ein Funke überspringen würde.

Mit „Wahnsinn“, „Cordula Grün“ und „An Tagen wie diesen“ kam dann spürbar Bewegung ins Zelt. Immer mehr Gäste klatschten im Takt, sangen mit und lächelten. Von der Bühne aus mitzuerleben, wie sich die anfängliche Zurückhaltung in Freude verwandelte, war für mich sehr schön. Spätestens jetzt war klar: Mit unserer Liedauswahl hatten wir den richtigen Ton getroffen.

Als wir um 16:00 Uhr zu unserem zweiten Auftritt auf die Bühne kamen, empfing uns bereits eine erwartungsvolle Stimmung. Bei den alten Hits „Country Roads“ und „Sweet Caroline“ waren die Gäste sofort wieder mit dabei. Wir sangen nicht mehr einfach vor einem Publikum, wir sangen gemeinsam mit den Anwesenden im Zelt. Diese Freude übertrug sich auch auf uns Sänger und machte den Auftritt wunderbar leicht und locker.

Ich hatte vorher nicht erwartet, wie viel Schwung dieser Nachmittag entwickeln würde. Umso schöner war es, die Begeisterung im voll besetzten Festzelt zu erleben.

Evi neue OBNach 14 Jahren als Bürgermeisterin hat Eveline Breyer gestern offiziell ihre Ernennung zur Oberbürgermeisterin angenommen. Nach einem engagierten Wahlkampf, den sie mit einem beeindruckenden Ergebnis für sich entscheiden konnte, unterzeichnete sie ihre Ernennungsurkunde im Beisein der Stadtratsmitglieder.

Der große Saal des Weiterbildungszentrums war bis auf den letzten Platz gefüllt. Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Vereinen waren gekommen, um diesen Anlass mitzuerleben. Zu den ersten Gratulanten auf der Bühne gehörten Pfarrer Feuerstein und seine evangelische Kollegin. Als das Segensgebet gesprochen wurde, herrschte eine beeindruckende Stille im Saal.

Mit unserer neuen Oberbürgermeisterin „Evi“ verbinde ich persönlich die Hoffnung, dass es in Ingelheim wieder zur guten Tradition wird, öffentliche Gebäude wie Schulen, Kindergärten und Bürgerhäuser bei ihrer Eröffnung durch eine christliche Segnung zu begleiten.

Beim anschließenden Umtrunk blieb viel Zeit für Gespräche bei Häppchen und einem Glas Wein. Und natürlich durfte auch das ein oder andere Selfie mit unserer neuen Oberbürgermeisterin nicht fehlen.

2025 08 04   Ausstellung  Grab 447  012

Wir waren gestern bei der Eröffnungs-Vernissage der Ausstellung „Grab 447 – Ein fränkischer Krieger auf dem Weg ins Jenseits“ in der kING. Die Ausstellung wurde feierlich unter der Schirmherrschaft von Innenminister Michael Ebling eröffnet.

Bisher verband ich immer die Geschichte Ingelheims vor allem mit der Kaiserpfalz Karls des Großen, die um das Jahr 800 errichtet wurde. Doch neue archäologische Entdeckungen zeigen: Schon lange vor Karl dem Großen, nämlich in der Zeit von 480 bis 750 n. Chr., lebten hier bei uns in Nieder-Ingelheim die Merowinger.

Ein besonders bedeutender Fund wurde 2023 auf einem Privatgelände gemacht: Ein unberührtes Grab eines fränkischen Ritters, der um das Jahr 600 n. Chr. lebte, wurde entdeckt und vollständig geborgen.

Im großen Saal der kING sind nun für drei Wochen die originalen Überreste dieses Kriegers sowie seine Grabbeigaben zu sehen. Mich hat dabei besonders ein Höhepunkt der Ausstellung beeindruckt: Ein lebensgroßes Hologramm, das den Krieger in Bewegung zeigt – mit seiner Kleidung und Bewaffnung. Diese Darstellung macht die Vergangenheit auf faszinierende Weise greifbar.

Außerdem gibt die Ausstellung spannende Einblicke in die Arbeit der Archäologen und zeigt, wie sorgfältig und systematisch bei der Bergung und Auswertung solcher Funde vorgegangen wird.

Ich kann den Besuch allen empfehlen, die sich für Geschichte und Archäologie begeistern oder einfach neugierig darauf sind, was unter unseren Füßen alles verborgen liegt.

     

 

 

Der Neubau der Präsident-Mohr-Schule in Ober-Ingelheim beschäftigt uns nun schon seit über fünf Jahren. Die Diskussionen dazu waren und sind teilweise sehr emotional und kontrovers. Deshalb habe ich mir einmal die Mühe gemacht, die bisherigen Entwicklungen anhand alter Protokolle und Unterlagen noch einmal zusammenzufassen.

Im Jahr 2021 wurde ein Realisierungswettbewerb ausgeschrieben. Ziel war es, einen Neubau für die Präsident-Mohr-Schule zu entwerfen, inklusive Sporthalle, Mensa und Tiefgarage. Dabei waren die beiden denkmalgeschützten Altbauten mit einzubeziehen. Ich war damals als Vertreter der CDU als Mitglied in der Jury, die über die eingereichten Architektenentwürfe entschied.

Der Siegerentwurf war architektonisch durchaus interessant und für alle Juroren absolut schön. Er erinnerte an eine kleine Zwergenstadt, bestehend aus fünf freistehenden Gebäuden, die in einem großzügigen Garten verteilt waren. Doch trotz der kreativen Idee konnte dieser Entwurf nicht realisiert werden. Es waren keinerlei Zäune vorgesehen. Das ist für eine Grundschule ein absolutes No-Go. Ohne Einfriedung wäre weder die Sicherheit der Kinder gewährleistet noch eine ordentliche Pausenaufsicht möglich gewesen. Die Kinder hätten sich unkontrolliert vom Gelände entfernen können.

Deshalb haben wir uns für den zweitplatzierten Entwurf entschieden. Dieser sieht zur Hammergasse hin eine geschlossene Gebäudefront mit einem zentralen Haupteingang vor. Die denkmalgeschützten Gebäude bleiben freigestellt und werden in das neue Ensemble eingebunden. Im Zentrum des Geländes befindet sich ein terrassierter Schulhof, von dem aus alle Gebäudeteile erschlossen werden. Am südlichen Ende soll eine naturnahe Fläche für Sport, Spiel und Garten entstehen. Auf dem Gelände befindet sich auch eine alte Kelterhalle, die jedoch nicht denkmalgeschützt ist. Ein von der Stadt beauftragtes Gutachten kam zu dem Schluss, dass ein Umbau zur Mensa mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden wäre und dennoch viele bauliche Kompromisse notwendig wären. Daher wurde der Abriss der Kelterhalle einstimmig beschlossen.

Geplant war der Beginn der Bauarbeiten für das Jahr 2025, mit einer angestrebten Fertigstellung bis Sommer 2028. Eine erste Kostenschätzung aus dem Frühjahr 2024 lag bei etwa 36 Millionen Euro. Bereits im November desselben Jahres wurde diese Summe um 1,4 Millionen Euro nach oben korrigiert. Im September 2023 wurden dem Bau- und Planungsausschuss vier Umsetzungsvarianten vorgestellt, sie waren alle jedoch sehr kostenintensiv, sodass zunächst keine Entscheidung getroffen wurde.

Für uns als CDU war von Anfang an klar: Diese einmalige Gelegenheit mitten in Ober-Ingelheim muss genutzt werden, um auch den Parkdruck in Ober-Ingelheim zu reduzieren. Eine Tiefgarage unter dem Schulgelände erschien uns als aufwendige, aber gleichzeitig geniale Lösung, vor allem, weil es im Ortskern keine freien Flächen mehr gibt. Unser erster Vorschlag sah rund 80 bis 120 Stellplätze vor, in einer späteren Variante waren sogar 140 Plätze denkbar. Zu dieser Zeit koalierten wir im Stadtrat mit den Grünen und der FWG Deshalb mussten wir uns, um überhaupt die Tiefgarage bauen zu können, auf 80 Parkplätze herunterhandeln lassen.

Besonders bei den Grünen gab es damals intern hitzige Diskussionen, ob eine Tiefgarage überhaupt notwendig sei. Es wurde argumentiert, dass immer mehr Menschen auf Bahn oder ÖPNV umsteigen würden. Für mich ist das ein Märchen, das die Grünen mantraartig wiederholen. Die Realität sieht anders aus. Laut Kraftfahrt-Bundesamt, Statistischem Bundesamt und Umweltbundesamt ist die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland zwischen 2008 und 2015 um 24 Prozent auf 49,1 Millionen gestiegen und dabei sind die Fahrzeuge von Touristen, Gastarbeitern und der Lieferverkehr aus dem Ausland noch nicht einmal berücksichtigt.

Nach der letzten Kommunalwahl hat sich das Kräfteverhältnis im Stadtrat verändert. Die CDU arbeitet nun wieder mit der SPD zusammen, während Grüne und FWG in der Opposition sind. Und auf einmal sieht alles ganz anders aus. Einige Stimmen, die damals noch mitverantwortlich für den Kompromiss waren, lehnen die Tiefgarage heute strikt ab. Autos im Stadtzentrum von Ober-Ingelheim seien nun plötzlich eine Gefahr für die Schulkinder. 

Ich finde, man sollte bei einem Projekt dieser Größenordnung sachlich bleiben und die Realitäten anerkennen. Der Neubau der Präsident-Mohr-Schule ist eine wichtige Investition in unsere Bildungsinfrastruktur und er bietet gleichzeitig die Möglichkeit, den Innenstadtbereich verkehrstechnisch zu entlasten. Eine Tiefgarage ist dabei für mich ein sinnvoller und langfristig notwendiger Bestandteil der Gesamtplanung.

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